Dienstag, 24. Dezember 2019

Als Lily eine Weihnachtsgeschichte schreiben wollte

In unserer Wohnung steht ein Weihnachtsbaum, der jeder Beschreibung spottet. Goldene und rote Kugeln lassen das Grün des bis unter die Wohnzimmerdecke reichenden Monstrums fast verschwinden, unzählige elektrische Kerzen drängen sich auf den Zweigen, jede mit einer roten Schleife geschmückt, und den restlichen Platz nimmt eine dicke, silberne Lamettaschlange ein. Lily steht vor dem Baum und betrachtet strahlend (ob aus innerer Freude oder doch nur im Glanz der Kerzen, vermag ich nicht genau zu sagen) ihr Werk.
„Was meinst du, Fred?“, fragt sie. „Soll noch eine von den kleinen Lichterketten dazu? Dann leuchten aus dem ganzen Baum heraus kleine Lichter, wie Feen im Unterholz.“
Ich lege den Kopf schief. „Ja, unbedingt“, sage ich. „Was der arme Baum braucht, ist noch mehr Glitzer.“
„Super!“, meint Lily, jegliche Ironie gekonnt ignorierend. „Dann mache ich gleich mal weiter. Holst du in der Zeit die Krippe?“
Da soll auch noch eine Krippe drunter?“ Ich betrachte zweifelnd die unteren Zweige des Baumes, die sich unter ihrer Last gefährlich gen Boden biegen.
„Klar“, erwidert Lily. „Ohne Krippe kein Weihnachten. Und ohne Weihnachten keine Geschenke. Und vor allem kein Weihnachtsessen. Und glaub mir, das würdest du bereuen.“

Sonntag, 8. September 2019

ZUSAMMEN/KUNST! 2019

Es ist mal wieder so weit: Der Herbst ist da (das ist die erste gute Neuigkeit 🍂🍄🍁) und damit nähert sich (Achtung, noch bessere zweite Neuigkeit) mit puschelwarmen Siebenmeilenboots die allherbstliche Zusammen/Kunst! 2019.
Wenn du also ein Liebhaber der mehr und minder schönen Künste, des gehobenen Blödsinns oder der darstellerischen Fusionsküche bist und noch nicht weißt, was du am kommenden Samstag tun könntest, dann weißt du es jetzt: Ab nach Rheinberg, zuhören, Spaß haben, genießen!


Wann? 14. September 2019
Wo? HdG Rheinberg, Grote Gert 50
Warum? Darum! 

Dieses Jahr biete ich zusammen mit Owald etwas ganz und gar nicht Künstlerisches dar - seid also gespannt!

Freitag, 13. Oktober 2017

Das Athen des Nordens: Ein Ort voller Mythen und Magie

Viele düstere Geschichten erzählt man sich über Edinburgh. Auf einem Streifzug durch die dunklen und verborgenen Gassen der schottischen Hauptstadt erfahren wir, wie hier eine ganz neue Geschichte zum Leben erweckt wurde.
Ein literarisch-morbider Ausflug anlässlich eines ganz besonderen Jubiläums.

Hätten wir das Elephant House vor zwanzig Jahren betreten, so wäre es uns wohl nur wie ein ganz normales Café erschienen, ein Café mit einer kruden Vorliebe für große afrikanische Landsäugetiere, die sich in dem unspektakulären Gastraum mit den bunt durcheinandergewürftelten runden und eckigen Tischen, Holzstühlen und Ledersesseln auf Leinwand gebannt oder in Ton gebrannt an jedem freien Fleck drängen. Wir hätten den Blick aus dem Fenster genießen, das Edinburgh Castle auf dem Castle Rock in seiner ganzen düsteren Pracht bewundern und ein dem unscheinbaren Ambiente angemessenes Stück Apfelkuchen mit Kaffee verzehren können. Oder eine Portion Haggis für die Tapferen unter uns. 

Vielleicht hätten wir tatsächlich einen Tisch am Fenster ergattert, vor zwanzig Jahren mag dies noch möglich gewesen sein, und vielleicht wäre uns eine junge Frau an einem der Nachbartische aufgefallen, vor sich eine Tasse mit vor einigen Stunden noch warmem Kaffee und einen wüsten Stapel handbeschriebener Zettel. Ganz in ihr Schreiben vertieft hätte sie nur gelegentlich einmal aufgeschaut, seufzend einen Blick über den Greyfriars Kirkyard hinweg zum Castle geworfen, an ihrem kalten Kaffee genippt, das Gesicht verzogen und sich dann wieder in ihrer eigenen Welt verloren. 

Wahrscheinlich hätten wir sie aber nicht einmal bemerkt. 

Montag, 24. Juli 2017

Montagsfrage: Gay Romance oder - da war doch was...

Die Montagsfrage ist eine Aktion, die regelmäßig auf dem Buchfresserchen-Blog stattfindet. Jeden Montag wird eine Frage rund ums Thema Bücher gestellt, die man dann innerhalb einer Woche auf seinem eigenen Blog beantworten kann. 
http://buch-fresserchen.blogspot.de/p/montagsfrage.html

  

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?


Okay. Oooookay. Ich weiß, dass ich immer nur nach Lust und Laune mal auf die Montagsfragen antworte, aber bei dieser hier kann ich (im Nachhinein) dann doch nicht darauf verzichten. Gay Romance - nein, ich lese sie selbst nicht, ich bin im Ganzen kein großer Romance-Fan, aber ich habe schon einige Romane und Novellen aus dem Gay-Romance-Genre übersetzt. Und was soll ich sagen - ich muss es mit den Worten einer meiner Dozentinnen ausdrücken: "Glaubt mir, wenn ihr erst einmal einen ganzen Roman übersetzt habt, dann fangt ihr, ob ihr es wollt oder nicht, an, ihn zu mögen." 

Wie Recht sie doch hat.