13. Juni 2016

Montagsfrage: Lesespuren

Die Montagsfrage ist eine Aktion, die regelmäßig auf dem Buchfresserchen-Blog stattfindet. Jeden Montag wird eine Frage rund ums Thema Bücher gestellt, die man dann innerhalb einer Woche auf seinem eigenen Blog beantworten kann. 

http://buch-fresserchen.blogspot.de/p/montagsfrage.html
 

Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?


Also das kommt ganz  darauf an. In Sachbücher oder Lektüren, mit denen ich arbeite, kritzele ich herein, wie wild, am liebsten mit Bleistift und Textmarker. Längere Notizen kommen auf Post-Its, die dann auf die Seiten gepappt werden. Und ja, ich gebe es zu - manchmal mache ich auch Eselsohren in Buchseiten. Hin und wieder lese ich diese Bücher dann ein zweites Mal und eigentlich stören mich die Anmerkungen nicht weiter. Früher war ich sehr pingelig, was meine Bücher anging, aber mittlerweile sind Bücher für mich auch nur Gebrauchsgegenstände, und es freut mich sogar ein wenig, wenn ich sehe, dass ich oder jemand anderes sich mit einem Buch so intensiv beschäftigt hat. In normalen Freizeitlektüren male ich in der Regel nicht herum - weniger aus dem Grund, dass ich es nicht würde, als dass ich es nicht muss. In meiner Freizeit arbeite ich schließlich nicht. Manchmal markiere ich mir aber besonders schöne Stellen. 

Anders verhält es sich mit Lesespuren, die nicht markierender Natur sind. Ominöse Flecken, festpappende Krümel, die man noch mit dem Nagel abknibbeln kann ... wäääh! Die ekeln mich schon in meinen eigenen Büchern an, wenn ich mich nicht mehr erinnern kann, welchen Ursprungs die Flecken sind ... das wird nur noch dadurch getoppt, dass ich nicht weiß, wer diese Flecken verursacht hat. Wenn ich mir Bücher aus der Bibliothek ausleihe, bin ich beim Lesen immer etwas angespannt - man weiß ja nicht, auf welche Ekelhaftigkeit man auf der nächsten Seite stößt ... 

Um es zusammenzufassen: Bücher spielen für mich in der gleichen Kategorie wie Instrumente und Notenbücher, Möbel, Klamotten, Küchenutensilien, elektronische Geräte, Kuscheltiere und Fahrzeuge - der erste Kratzer ist immer eine Katastrophe, beim zweiten hat man sich schon dran gewöhnt und irgendwann liebt man den zerschlissenen Pulli und den abgeschmusten Teddy mehr als alles andere - aber das rechtfertigt noch lange nicht, seine Besitztümer nicht zu pflegen und sauber zu halten!

Wie seht ihr das? Sind Bücher Gebrauchsgegenstände oder Heiligtümer?

Kommentare:

  1. Unf, hör mir auf mit Krümeln! Ganz schlimm sind auch zerquetschte Insekten (ja, auch das hatte ich schon!). Ich weiß, warum ich keine Büchereibücher abends im Bett lese ...

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    1. Oh, ja, das stimmt, im Bett ist das besonders ekelig! Ich lese dann wenn nur auf dem Bauch, da fallen die Krümel auf und fallen nicht direkt raus... :D
      Insekten? Pfui.

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